Die hohen Ränge der edlen Gefährten
Alle großen Gelehrten sagen, dass die edlen Gefährten, möge Allah mit ihnen zufrieden sein, nach den Propheten, Friede sei mit ihnen, und den Engeln die höchsten und vorzüglichsten Geschöpfe sind.
Ein Muslim, der den Gesandten Allahs, Friede sei mit ihm, mindestens einmal gesehen hat, ist viel höher als diejenigen, die ihn nie zu sehen bekamen – sogar um ein Vielfaches höher als Uways al‑Qarānī.
Als die edlen Gefährten in Damaskus einmarschierten, bewunderten die Christen sie und sagten: „Diese Leute sind höher als die Apostel von Jesus (Friede sei mit ihm).“
Abdullah ibn Mubārak, möge Allah mit ihm barmherzig sein, einer der größten Islamgelehrten, sagt:
„Der Staub, der in die Nüstern des Pferdes von Muʿāwiya, möge Allah mit ihm zufrieden sein, gelangte, während er an der Seite des Gesandten Allahs schritt, ist tausendmal wertvoller als Umar ibn Abdulʿazīz.“
Es gibt zahlreiche Koranverse und Hadithe, die über den hohen Rang der edlen Gefährten berichten.
In Vers 110 der Sure Āl Imrān heißt es sinngemäß:
„Ihr seid die beste Gemeinschaft, die unter allen Menschen hervorgebracht worden ist.“
Das bedeutet, dass sie die besten Menschen nach den Propheten sind.
Abdullah ibn Abī Quhāfa Uthmān ibn Āmir ibn Kāʿb ibn Saʿd ibn Taym ibn Murra ibn Kāʿb al-Quraischī war der ranghöchste Prophetengefährte und der Erste der zehn Personen, denen das Paradies versprochen wurde (Aschara al-mubaschschara). Er war der Höhlengefährte des Gesandten Allahs und sein erster Nachfolger (Kalif). Der Name seiner Mutter ist Ummul-Khayr. Er ist bekannt mit den Beinamen al-Atīq (der Befreite) und as-Siddīq (der Getreue).
Er handelte mit Stoffen und war sehr reich. Er gehörte zu den Vorstehenden der Quraisch. Er nahm nach Khadīdscha, Alī und Zayd ibn Hārith als vierte Person den Glauben an. Er war dem Gesandten Allahs außerordentlich ergeben und treu und lud jeden zum Islam ein. Ranghohe Prophetengefährten wie Uthmān, Zubayr, Abdurrahmān, Saʿd ibn Abī Waqqās und Talha nahmen den Islam infolge seiner Einladung an. Er gab sein ganzes Vermögen auf dem Wege des Gesandten Allahs aus. Er wurde in zahlreichen Hadithen und in Koranversen gelobt. Er nahm an allen Schlachten teil und beschützte den Gesandten Allahs wie ein Schutzschild.
Am Tag des Ablebens des Gesandten Allahs verlor der ehrwürdige Umar den Verstand, zog sein Schwert und sagte: „Der Gesandte Allahs ist in den Himmel gestiegen. Wer sagt, dass er gestorben sei, dem schlag ich seinen Kopf ab.“ Während jeder vor Trauer und vor dem Zustand Umars beängstigt war, trat Abū Bakr wie ein Löwe in Erscheinung und rezitierte den Koranvers, in dem es heißt, dass der Gesandte Allahs wie alle anderen Menschen auch sterben wird. Mit seinen einflussreichen Worten und Ratschlägen brachte er das Volk zur Ruhe und tröstete die Gläubigen.
Nachdem er mit Übereinstimmung der edlen Gefährten zum Kalifen gewählt wurde, ging er zuerst gegen die Abtrünnigen vor und vernichtete dann einzeln diejenigen, die sich als Propheten ausgaben und die unwissenden Bauern täuschten, nämlich: Aswad al-Anasī, Musaylama al-Kadhdhāb, Sidschah Khātun und Tulayha ibn Khuwaylid. Er eroberte die Städte Hīra und Anbār und entsandte Khālid und Abū Ubayda mit einer großen Armee nach Damaskus. Er stellte die islamische Ordnung wieder her und stärkte den Islam.
Nach zwei Jahren, drei Monaten und zehn Tagen Amtszeit als Kalif verstarb er im 13. Jahr der Hidschra am Dienstag, den 28. Tag des Monats Dschumādā al-ākhira, nach dem Abend im Alter von 63 Jahren. Wie er es in seinem Testament angeordnet hatte, wurde er von seiner Ehefrau Asmā gewaschen. Er wurde in den Sarg des Gesandten Allahs gelegt, sein Totengebet wurde vom ehrwürdigen Umar geleitet und nachts wurde er in der Kammer der Glückseligkeit (Hudschrat as-Saʿāda) beigesetzt.
Von seiner Frau Qatīl bekam er die Kinder Abdullah und Asmā und von seiner Frau Umm ar-Rūman die Kinder Abdurrahmān und Āischa. Er heiratete die Kriegswitwe von Dschaʿfar Tayyār, nämlich Asmā, und später Habība und hatte von der ersten das Kind Muhammad und, nach seinem Tod, von der zweiten die Tochter Umm Kulthum. Die Geschichten über ihn, seine Bescheidenheit und seine Großzügigkeit sind allseits bekannt geworden. Er hat 142 Hadithe überliefert. Er leistete dem Islam den größten Dienst, indem er den edlen Koran zusammenstellen ließ. In der Wissenschaft der Genealogie war er ohnegleichen, möge Allah mit ihm zufrieden sein.
Abū Bakr as-Siddīq war ein hellhäutiger, schlanker und gutaussehender Mann mit einem unregelmäßigen Bartwuchs.
Er gehört zu den Größten unter den edlen Gefährten und zu den „Aschara al-mubaschschara“ und ist der zweite Kalif des Gesandten Allahs. Sein neunter Großvater Kāʿb ist der siebte Vater des Gesandten Allahs, und seine Mutter Hantama bint Hischām war die Schwester von Abū Dschahl. Er wurde 40 Jahre vor der Hidschra geboren und gehörte zu den Vorstehenden der Quraisch. Anfangs war er dem Gesandten Allahs ein Feind, doch seine Eloquenz und Stärke zeichneten ihn aus.
Im sechsten Jahr der Biʿtha (Entsendung) begann die Macht der Muslime zu wachsen, da der Onkel des Gesandten Allahs, Hamza, den Glauben annahm. Die Quraischiten planten, den Gesandten Allahs zu töten, wobei Umar eine führende Rolle einnahm. Auf dem Weg begegnete er Nuʿaym ibn Abdullah, der ihn warnte und auf seine Schwester Fātima und ihren Ehemann Saʿīd ibn Zayd verwies, die bereits Muslime geworden waren. Nach anfänglichem Zögern und einer Begegnung mit ihnen nahm Umar das Glaubensbekenntnis an.
Er ging anschließend mit den Muslimen zum Haram asch-scharīf, wo sie öffentlich das Gebet verrichteten. Die Quraischiten wurden überrascht und eingeschüchtert, als Umar den Glauben annahm und die Muslime offen unterstützte. Er nahm an allen Schlachten teil, kämpfte wie ein Löwe, insbesondere bei der Schlacht von Uhud, und wurde aufgrund seiner Wahrheit und Gerechtigkeit al-Fārūq genannt.
Nach dem Ableben des Gesandten Allahs verhinderte er Unruhen und unterstützte den Kalifen Abū Bakr. Er wurde im 13. Jahr der Hidschra zum Kalifen gewählt und nahm den Titel Amīr al-muʾminīn (Befehlshaber der Gläubigen) an. Unter seiner Führung wurden zahlreiche Länder erobert, darunter Jerusalem, Qādisiyya und weite Teile Nordafrikas, und über 4000 Moscheen errichtet. Er ernannte Muʿāwiya zum Gouverneur von Damaskus und unternahm jedes Jahr die Pilgerfahrt (Haddsch).
Im Monat Dhul-Hiddscha des 23. Jahres wurde Umar von Abū Luʾluʾ Firuz, einem Sklaven des Mughīra ibn Schuʿba, mit einem Messer in den Bauch gestochen und erlangte nach 24 Stunden das Martyrium im Alter von 63 Jahren. Er wurde in der Kammer der Glückseligkeit (Hudschrat as-Saʿāda) neben dem Gesandten Allahs beigesetzt.
Umar ibn al-Khattāb war ein sehr gerechter, frommer, barmherziger und bescheidener Mensch, der in Armut lebte. Auf Reisen wechselte er sich mit seinem Sklaven beim Reiten ab. Er war bekannt für seine unvergleichliche Gerechtigkeit, auch gegenüber seinen eigenen Kindern, und für seinen Respekt gegenüber den edlen Gefährten, insbesondere den Teilnehmern der Schlacht von Badr. Er stellte die Hāschimiten über alle anderen und beriet sich häufig mit Alī. Die meisten Hadithe, die Umar loben, wurden von Alī überliefert.
Uthmān ist einer der Großen unter den edlen Gefährten, der dritte von den zehn Personen, denen das Paradies versprochen wurde (Aschara al-mubaschschara), der Schwiegersohn des Gesandten Allahs, Friede sei mit ihm, und der dritte Kalif.
Er wurde vor Talha und Zubayr zum Muslim und war die fünfte Person, die den Glauben annahm. Mit seiner Ehefrau, der ehrwürdigen Ruqayya, wanderte er zweimal nach Abessinien aus. Er wanderte auch nach Medina aus. Weil Ruqayya schwer erkrankte, wurde er nicht zur Schlacht von Badr mitgenommen. An dem Tag, an dem die Nachricht über den Sieg kam, verstarb Ruqayya.
Der Gesandte Allahs gab seine zweite Tochter Umm Kulthum an Uthmān. Aus diesem Grund wurde der ehrwürdige Uthmān Dhun-Nūrayn (Besitzer zweier Lichter) genannt. Er bekam von Ruqayya seinen Sohn Abdullah, der im 4. Jahr der Hidschra im Alter von sechs Jahren verstarb.
Der ehrwürdige Uthmān war ein Händler und sehr reich. Er opferte sein ganzes Vermögen für den Gesandten Allahs und wurde in Hadithen gelobt. Seine Milde und seine Schamhaftigkeit waren immens. Am ersten Tag des 24. Jahres der Hidschra wurde er Kalif.
Zu seiner Amtszeit wurden Chorasan, Indien, Transoxanien, Samarkand, Zypern, Kaukasien, viele Länder in Afrika und Andalusien erobert. Er löschte das Persische Reich aus. Den Sohn seines Onkels, Marwān ibn Hakam, ernannte er zum Wesir.
Der jemenitische Jude Abdullah ibn Sabaʾ, der sich als Muslim ausgab, versuchte den Islam von innen zu zerstören. Er bemühte sich in Medina für die Umsetzung seines Zieles, erkannte jedoch, dass er erfolglos sein würde, und begann in Ägypten Zwietracht zu säen und Unruhen zu stiften. Er täuschte die ignoranten und törichten Zigeuner Ägyptens, und sie kamen mit einer Banditenhorde nach Medina und ermordeten im Jahre 35 den Kalifen.
Er verstarb im Alter von 82 Jahren als Märtyrer, während er den edlen Koran rezitierte. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof von Baqīʿ, möge Allah mit ihm zufrieden sein. Die Wahhabiten haben seinen Schrein niedergerissen. Er war von mittlerer Körpergröße und hatte einen vollen Bart. Außerdem war seine Haut leicht bräunlich und er war von edler Natur.
Den edlen Koran, den der ehrwürdige Abū Bakr zusammenstellte, vervielfältigte er und entsandte ihn in verschiedene Provinzen.
ALĪ AL-MURTADĀ, möge Allah mit ihm zufrieden sein:
Er ist der vierte Sohn von Abū Tālib, dem Onkel des Gesandten Allahs. Er ist der vierte der rechtgeleiteten Kalifen und ebenfalls der vierte von Zehn, denen das Paradies versprochen wurde (Aschara al-mubaschschara).
Er war der Schwiegersohn des Gesandten Allahs, Friede sei mit ihm, und wurde von ihm sehr geliebt. Er gilt als der erste der Ahl al-Bayt und Ahl al-Abā. Er war der Löwe Allahs und wurde in verschiedenen Hadithen gelobt. Er ist der Liebling der Ahlus-Sunna, das Oberhaupt der Gottesfreunde (Awliyā) und die Schatzkammer der Wundertaten (Karāmāt).
Er wurde 23 Jahre vor der Hidschra in Mekka geboren. Seine Mutter war Fātima bint Asad ibn Hāschim. Im Alter von zehn Jahren, am zweiten Tag der Entsendung als Prophet (Biʿtha), wurde er Muslim. Er vollbrachte die Auswanderung (Hidschra) barfüßig, weshalb seine gesegneten Füße anschwillten.
Er kämpfte in allen Schlachten wie ein Löwe und erlitt viele Verletzungen. Bei der Schlacht von Uhud wurde er an 16 Stellen verwundet. In der Schlacht von Tabuk wurde er als Wächter in Medina zurückgelassen. Er wurde in einem Koranvers gelobt.
Er leistete allen drei Kalifen vor ihm bereitwillig den Treueid, bestätigte ihr Kalifat und stand ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Im Jahre 35 wurde er zum Kalifen. Beim Vorfall von Dschamal im Jahre 36 nahm er Āischa as-Siddīqa gefangen, behandelte sie respektvoll und gütig und schickte sie gemeinsam mit seinem eigenen Soldaten Muhammad ibn Abī Bakr nach Medina.
Im Jahre 37 ereignete sich die Schlacht von Siffīn, bei der er innerhalb von 100 Tagen 90 Mal gegen die Armee des ehrwürdigen Muʿāwiya kämpfte und 25.000 seiner Soldaten verlor, während auf der Gegenseite 45.000 Menschen fielen. Nachdem er den Friedensvorschlag der Gegenseite annahm, trennten sich 7.000 seiner Soldaten von ihm. Diese wurden Charidschiten („die außerhalb Befindlichen“) genannt. Er schickte Khālid ibn Zayd zu ihnen, damit er ihnen guten Rat gibt, doch dies blieb erfolglos. Daraufhin marschierte er auf sie los und fügte ihnen eine schmerzliche Niederlage zu. Die Charidschiten verbreiten viele Lügen und Verleumdungen gegen ihn.
Der damaszenische Gelehrte Abū Hāmid ibn Marzūk schreibt in seinem Buch an-Naqd al-muhkam, das 1387 [1967 n. Chr.] gedruckt wurde: „Einer derer, die schlecht über Imām Alī sprechen, ist Ibn Taymiyya al-Harrānī. In seinem Buch Minhādsch as-sunna verleumdet er, während er aus Büchern der Charidschiten gegen Feinde der Prophetengefährten Belege anführt, den ehrwürdigen Alī und die Ahl al-Bayt auf üble Weise.“
Der ehrwürdige Alī, möge Allah mit ihm zufrieden sein, wurde im Jahre 40, am 17. Tag des Monats Ramadan, während er das Morgengebet leitete, vom Charidschiten Abdurrahmān ibn Muldscham mit einem Schwert am Kopf verletzt und verstarb zwei Tage später als Märtyrer. Er wurde in Nadschaf beigesetzt.
Er hatte insgesamt 18 Söhne, von denen drei aus der Ehe mit Fātima stammen, und 18 Töchter. Er war von mittlerer Statur, hatte eine bräunliche Haut und einen weißen, langen Bart.