DIE RITUELLE TROCKENREINIGUNG (TAYAMMUM) Wudu Bild

Die Tayammum ist die rituelle Trockenreinigung mit Erde. In Fällen, in denen man kein Wasser vorfindet oder das Benutzen von Wasser nicht möglich ist, obwohl es vorhanden ist, wird statt der Gebetswaschung und der Ganzkörperwaschung die Trockenreinigung vorgenommen, indem man etwas Reines, das zu den Bodenarten gehört, wie reine Erde, Sand, Kalk oder Steine, benutzt.

In der hanafitischen Rechtsschule kann die Trockenreinigung auch vor Eintritt einer Gebetszeit vollzogen werden. In den anderen drei Rechtsschulen ist es nicht gestattet, vor Eintritt einer Gebetszeit die Trockenreinigung vorzunehmen.

Die Trockenreinigung ist eine Erleichterung in Fällen, in denen die Gebetswaschung und die Ganzkörperwaschung mit Wasser nicht möglich sind. In unserer Religion gilt die Reinigung mit Erde genauso wie die Reinigung mit Wasser. Im Islam ist ausdrücklich angegeben, dass viel Unreines mit Erde gereinigt werden kann.

  1. Dass man kein reines Wasser für die Gebetswaschung und die Ganzkörperwaschung findet. (Es ist fard, in der Stadt immer nach Wasser zu suchen.)
  2. Krankheiten, die die Verwendung von Wasser verhindern; die Gefahr, bei Verwendung von Wasser an Kälte zu sterben oder zu erkranken.
  3. Dass Feinde oder wilde, giftige Tiere den Zugang zum Wasser verhindern.
  4. Dass jemand in Gefangenschaft oder Haft ist und kein Wasser benutzen kann.
  5. Dass jemand mit dem Tod bedroht wird.
  6. Dass man Reisender (Musāfir) ist und nicht mehr Wasser bei sich hat als zum Trinken notwendig.
  7. Dass man nicht die Möglichkeit hat, Wasser aus einem Brunnen zu holen.

Diese sind an der Anzahl drei:

  1. Die Absicht, sie als Reinigung zur Beseitigung des Zustands der Dschanāba oder der Wudūlosigkeit vorzunehmen. Wer die Trockenreinigung nur zu Demonstrationszwecken vornimmt, darf damit kein Gebet verrichten.
  2. Das Reiben der beiden Handinnenflächen auf reine Erde und das Bestreichen des ganzen Gesichts.
  3. Das Reiben der beiden Handinnenflächen auf reine Erde und das Bestreichen des rechten und des linken Arms.

  1. Mit der Basmala („Bismillāhir-rahmānir-rahīm“) beginnen.
  2. Die Innenflächen der Hände auf die Erde legen.
  3. Die Hände auf der Erde vorwärts und rückwärts bewegen.
  4. Wenn Erde an den Händen haften bleibt, diese an den Daumen aneinanderschlagen, bis die Erde abfällt.
  5. Beim Legen der Hände auf die Erde die Finger spreizen.
  6. Erst das Gesicht, dann die Arme bestreichen.
  7. Die Trockenreinigung zügig vornehmen, wie bei der Gebetswaschung.
  8. Zuerst den rechten Arm, dann den linken Arm bestreichen.
  9. Vor der Trockenreinigung nach Wasser suchen, sofern Hoffnung besteht, welches zu finden.
  10. Die Hände kräftig auf die Erde legen.
  11. Die Arme wie beschrieben bestreichen.
  12. Die Zwischenräume der Finger bestreichen und Ringe dabei bewegen.